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Flugsafari südliches Afrika



Reisebericht Südafrika - Botswana - Namibia

Begonnen hat unsere Reise in Johannesburg. Der Name dieser Stadt ist eng verbunden mit Soweto, Nelson Mandela und dem Kampf gegen die Apartheid. Während einer ganztägigen Rundfahrt im Großstadtdschungel erfahren wir viel über die politische Geschichte und soziale Entwicklung in Südafrika, während unsere Piloten alle Formalitäten und Trainingsflüge zum Charter unserer Piper Cherokee Flugzeuge erledigen. Abends diskutieren wir die für uns ungewöhnlichen und fremden Eindrücke bei Steaks und hervorragendem südafrikanischen Rotwein.

Wir sind glücklich und aufgekratzt, als wir unsere Flugzeuge besteigen und in Richtung Krüger-Nationalpark (Südafrika) abheben. Hier erleben wir zum ersten Mal, was sich in den nächsten Wochen alle paar Tage wiederholen wird. Wir überfliegen eine traumhafte, sich ständig verändernde Landschaft: Städte, Dörfer, Felder und Viehherden, Tafelberge, Canyons, Savanne, Flüsse, Wüste,...

Nach der Landung auf zumeist unbefestigter staubiger Piste (zuvor müssen wir noch einen Inspektionsflug knapp über der Piste machen, um Elefanten oder andere Tiere von dieser zu vertreiben), heißt es für uns zuerst einmal die Flugzeuge sichern, also abdecken, die Reifen mit Dornenzweigen vor dem Verbiss durch Hyänen schützen, die Flugzeuge verankern - und dann werden wir schon in die Lodge gefahren. Nach einem Welcome-Drink brechen wir, bewaffnet mit Fernstecher und Fotokameras, bereits zu unserem ersten Game Drive auf.

Unvergesslich sind der Leopard am Baum, die langsame Fahrt mitten durch eine kleine Herde von Kaffernbüffel, die Hyäne die uns während unseres Sundowners mitten in der Savanne in nicht einmal 10m Entfernung neugierig umkreiste, die Nashornfamilie die nach Sonnenuntergang am Heimweg unsere Straße kreuzte. Unglaublich wie nahe wir den Tieren waren!

Ein Etappenziel ohne Tierbeobachtungen ist unser Ausflug zu den Victoriafällen (UNESCO Weltnaturerbe) in Simbabwe. Hier stürzen sich die Wassermassen des Sambesi auf einer Breite von 1.708m  in eine etwa 110m tiefe, sehr schmale Schlucht und machen die Wasserfälle zu den breitesten der Welt. Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung, ich wandere auf den Spuren des Afrikaforschers David Livingstone auf einem inzwischen perfekt angelegten Weg und betrachte fasziniert die donnernden Wassermassen, den bis zu 300m hohen Sprühnebel und spüre die Gischt im Gesicht. Ich könnte weinen vor Glück!

Am nächsten Tag toppen wir diesen Eindruck noch mit dem "Flight of Angels", dem Flug direkt über die Wasserfälle, bevor wir zum Chobe-Nationalpark in Botswana fliegen. Hier, an der trügerischen Idylle des Chobe Flusses gelegen, steigen wir um in kleine Boote und beobachten vom Wasser aus Krokodile, grasende Büffel- und Elefantenherden, weichen den schwimmenden Nilpferden aus und sehen während einer morgendlichen Pirschfahrt mit dem Jeep auch sehr viele Elefanten, Giraffen, Antilopen und Löwen. Die Landschaft hier wirkt einerseits sehr bizarr, da die Elefanten die Bäume komplett abweiden und diese dann als tote Baumstümpfe stehenbleiben, andererseits durch den sich schlängelnden Chobe Fluss mit seinem tiefgrünen, satten Weideflächen sehr lieblich. Ein toller Kontrast!

Zwei Tage später überfliegen wir das Okawangodelta, UNESCO Welterbe und größtes Binnendelta der Welt. Tiefgrüne Grasflächen und schimmernde Wasserläufe wechseln sich mit wüstenartiger Landschaft ab, ein großartiges Farbenspiel. Mithilfe der GPS Koordinaten suchen wir das berühmte Kleeblatt, bevor wir auf der holprigen Piste unserer PomPom Lodge landen. Unvergessliche Momente hier sind die Zebra- und Gnuherden, die Löwen, das Leopardenbaby, die gemächliche Fahrt mit dem Kanu, hier Mokoro genannt, und die offene Lodge im Kolonialstil mit den luxuriösen Zelten und das Gefühl hier ein Teil der Natur zu sein.

Gerne wären wir noch länger hier mitten in der Kalahari geblieben, gerne hätten wir uns die Reifenpanne und einen zweistündigen Aufenthalt im Flughafengebäude von Maun erspart (ja, auch das kann auf einer Flugsafari passieren), gerne hätten wir die Einreiseprozedur in Namibia verkürzt - Formulare, Formulare, Formulare - aber alles ist zu bewältigen!

Es war dadurch ein relativ langer Flugtag und wir sind sehr durstig und müde, als wir nachmittags in unserer Lodge im Etosha-Nationalpark ankommen. Etosha bedeutet in der Stammessprache der Ovambo großer weißer Platz und deutet auf ausgetrocknete Senken (Pfannen) mit sehr hohem Salzgehalt hin. Hier dürfen wir einen Geparden bei der Jagd beobachten, sehen unendlich viele Giraffen, Zebras und verschiedenste Antilopenarten und - welch ein Glück - eine Elefantenherde mit großen und kleinen Tieren am Wasserloch. Sie haben nicht nur viel Durst sondern auch viel Spaß im Wasser, keine 25m neben unserem Jeep. Das Klicken unserer Fotoapparate ist das einzige Geräusch neben dem Trompeten und Plätschern der Elefanten.  Ein unvergesslicher Moment und ein grandioser Abschluss unserer Tierbeobachtungen.

Denn ab nun rücken die Tiere zugunsten der phänomenalen namibischen Landschaft in den Hintergrund. Windhoek ist nach all der Natur ein Pflichtprogramm für uns. Ungewohnt die vielen Autos, das geschäftige Treiben im Zentrum, die vielen Geschäfte und die Menschen.  Wir freuen uns beim köstlichen Abendessen bereits auf unseren Flug zur Lodge Namibgrens und die berühmten Sanddünen im Sossusvlei. Diese bis zu 380m hohen Sanddünen, UNESCO Welterbe und Teil des Namib-Naukluft-Nationalparks lassen sich bequem vom Auto aus betrachten. Wir wandern direkt am Dead Vlei eine kleinere Düne hinauf und spüren den feinen Sand nicht nur zwischen den Zehen sondern auch zwischen den Zähnen!

Der Flug zum Fish River Canyon, dem zweitgrößten Canyon der Welt im Süden von Namibia, gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Wir fliegen zuerst über ein Meer aus Sand, die Namibwüste, dann entlang der unbewohnten Atlantikküste - die Brandung rollt hier direkt an die Sanddünen - und landen schließlich während eines Sandsturmes in Lüderitz - wir müssen auftanken. Dann wechseln sich Wüste und Berge ab. Spektakulär ist auch der Anflug auf unsere heutige Piste: wir müssen direkt über dem Fish River Canyon in den Endanflug drehen. Unsere Lodge im modernen Design liegt nahe am Abgrund, der Ausblick von unseren Zimmern ist unglaublich schön, der Ausflug im Jeep verlangt dem Fahrer und auch dem Auto alles ab. 549 Höhenmeter rumpeln wir hinunter zum Fish River mit seinen Wassertümpeln, auf schmalem steilen Pfad durch die unterschiedlichsten uralten geologischen Formationen und Gesteine in allen Farben. At the edge of eternity steht auf den T-Shirts der Angestellten - ja hier würden wir es auch noch länger aushalten!

Aber auch von hier heißt es Abschied nehmen, denn Südafrika erwartet uns und nach einer Nacht in Kimberley, bekannt für seine vielen Minen und das größte je von Menschenhand auf der Suche nach Diamanten gegrabene Loch (Big hole) heißt es jetzt wieder: Welcome to Joburg! Wir landen in Brakpan am Rand von Johannesburg und SkyAfrica, die Gesellschaft die uns die Flugzeuge vermietet hat, empfängt uns mit südafrikanischen Spezialitäten und Getränken.

Ein wunderschöner, abwechslungsreicher Urlaub mit vielen Erlebnissen geht am Abend wieder mit Steaks und südafrikanischen Rotwein und dem Diskutieren der vielen Eindrücke zu Ende.

Johanna Klügl

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Verfasser

Dr. Johanna Klügl

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